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Koboldskärpfling, im
Ausland auch als Moskitofisch bezeichnet, gehören zu den lebendgebärenden
Zahnkarpfen. Der wissenschaftliche Name lautet Gambusia affinis. Die meinigen
Fische bezeichne ich als "Gambusia camargues", weil ich sie
in der Camargue gefangen habe. Männliche Tiere haben eine spitze
und weibliche eine runde Afterflosse, so wie wir das bei den lebendgebärenden
Zahnkarpfen kennen. Ursprünglich wurde dieser kleine Kärpfling
zur Stechmückenbekämpfung nach Europa geholt. Seine eigentliche
Heimat ist das nördliche Mexiko und die südliche USA |
Der Koboldkärpfling ist sowohl im
Süßwasser als auch im Brackwasser zu Hause. Seine anfängliche
Verbreitung in Südeuropa ist heute wieder rückläufig. Durch
die Trockenlegung von Kleingewässern, Absenkung der Grundwasserspiegel
und nachlassende Niederschläge, wodurch Kleingewässer umzukippen
drohen, haben sich seine Bestände mancherorts stark reduziert. Die
Toleranz, die man dem Koboldkärpfling gegenüber der Wasserqualität
zuspricht, kann mißverstanden werden. Durchaus ist er in der Lage,
mit geringer Wassermenge zu überleben, sogar in Pfützen, wenn
sie nicht verdreckt sind. Bei diesen Pfützen handelt es sich um kleine
Senken, die bei der Austrocknung eines Flusses oder Bachlaufes noch in
den Grundwasserspiegel hineinreichen. Deswegen ist das Wasser in der Regel
auch wegen der unterirdischen Wasserbewegung sauber. Der Fisch „weiß“
welche Pfütze austrocknet und welche nicht. Warum, das weiß
keiner. In manchen Gegenden in der Provence, wo ich den Koboldkärpfling
vor 20 Jahren noch überall angetroffen habe, finde ich ihn, der Trockenlegung
von Kleingewässern wegen, heute nicht mehr. Unter anderem sind dadurch
auch die Bestände von Sumpfschildkröten verschwunden, wie z.B.
bei Saint-Tropez. |
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Bild oben: aufgenommen am Lac des Escarcets, in der Nähe von F-83340 Le Cannet-des-Maures |
Die Lieblingsspeise der Koboldkärpflinge
sind Stechmückenlarven, und so kommt er bei mir im Sommer auch in
der Regentonne zum Einsatz. Stechmücken finden dort ihren Lebensraum,
wo Fische nicht überleben können, wegen der schlechten Wasserqualität
oder Gewässern, die im Laufe des Jahres immer mal wieder austrocknen.
Ein Gartenteich mit Fischbesatz kann zum Dezimieren von Stechmücken
beitragen, wenn es keine sonstigen Wasserbehälter in der Umgebung
gibt. Wasserbehälter sind die häufigsten Brutstätten von
Stechmücken im Siedlungsbereich. Aber Bitte keine Fische in Amphibiengewässern
aussetzen! Libellenlarven und Molche sorgen zur Genüge für ein
stechmückenfreies Gewässer und mögen keine Fische, oder
sie sind sogar deren Tod. Regenpfützen und fauliges Wasser sind die
eigentlichen Brutstätten der Stechmücken. Ökologisch tragen
deren Larven zur Reinigung der Gewässer bei. Wer Stechmückenlarven
zum Füttern der Fische anziehen möchte, kippt sein Badewasser
in einen Behälter und stellt ihn in den Garten. Vom Körperschweiß
angelockt, finden wir am nächsten Tag bereits die Eier der Stechmücken
(kleine Schiffchen) auf der Wasseroberfläche schwimmen. Koboldkärpflinge sind leicht zu vermehren. Die Weibchen benötigen einen Ruhebereich, wohin sie sich zum Gebären ihrer Jungen zurückziehen können - und Pflanzen, in denen sich die Jungen verstecken dürfen. Mehr Aufwand ist nicht notwendig. Anderen Fischen gegenüber verhält sich der Koboldkärpfling sozialverträglich. Untereinander jagen sich die Fische gerne spielerisch. In Wildgewässern tritt er meist in Schwärmen auf. Nur die gebärbereiten Fische stehen etwas abseits, damit die Jungen nicht gleich wieder von der eigenen Art aufgefressen werden. Wie ich beobachten konnte, sortieren sich die einzelnen Fischschwärme nach der jeweiligen Generation. |
Bepflanzte Speiskübel, eignen sich
sehr gut zur Vermehrung und Haltung der Fische im Freien. Sind die Kübel
nicht in der Erde versenkt, legen wir in die Kübel große Steine,
um starke Wassertemperaturschwankungen zu vermeiden. Ab April bis Ende
Oktober fühlen sich die Koboldkärpflinge in solchen Kübeln
wohl. Ist die Wasserfläche groß genug, muß nicht zugefüttert
werden. Der Anflug von Kleinstinsekten und Blütenstaub reicht zur
Ernährung vollkommen aus. Gerne halten sich die Fische im flachen
Wasserbereich auf, möchten aber zur Flucht im Hintergrund tiefere
Stellen nicht missen. |
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Ihre Jungen gebären die Fische meist
im Frühjahr, bis in den Sommer hinein. Im Herbst und Winter kommen
auch im Aquarium nur wenige bis gar keine Jungen mehr zur Welt. |
Zum Überwintern setze
ich meine Koboldkärpflinge in ein Gesellschaftsbecken mit Tropenfischen.
Konflikte mit den Mitbewohnern lassen sich keine beobachten. (https://www.youtube.com/watch?v=OaYImrZXlBo)
Auch wenn Gambusia affinis Temperaturen bis 4 C° ertragen kann, fängt
er bereits bei 10 C° an sich unwohl zu fühlen. Fische, die keine
Anpassung an niedrige Temperaturen erfahren haben, sterben bei unter 8
C° an Unterkühlung. Niedrige Wassertemperaturen sind wahrscheinlich
der Grund, warum Ansiedlungsversuche am südlichen Rhein, der Stechmücken
wegen, gescheitert sind. Allerdings muß hinzugefügt werden,
daß die bei mir im Freigelände zurückgebliebenen Jungfische
die Wintermonate 2018/19, 2019/20 und 2020/21 gut überstanden haben
und daraus eine gesunde Population entstanden ist. Koboldskärpflinge,
die eine Temperaturanpassung erfahren haben, überleben Temperaturen
auch unter 4C°. Gambusia, die aus einem konstant beheizten Becken
kommen, überleben den Winter nicht. Der Entwicklung wegen sind die Fische im Sommer in einem Freigewässer wesentlich besser als in einem Aquarium aufgehoben. Wichtig dabei ist eine flache sonnenbeschienene Uferzone, welche die Fische bei jedem Sonnenstrahl unverzüglich für sich nutzen. Gambusia sind wärmeliebende Tiere und fühlen sich selbst bei 30 C° noch wohl. |
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Wer Koboldkärpflinge kaufen möchte,
findet nicht leicht einen Händler. Zumindest habe ich noch keine Fische
zum Verkauf in einem Geschäft angeboten gesehen. Warum aber nicht einmal
mit dem Auto in den Süden fahren. In Frankreich, in der Camargue, werdet
Ihr sicher fündig. Aber nicht an den Salinen. Das Wasser ist dort viel
zu salzig. Mit einem kleinen Kescher in der Hand und etwas Geschick, sind die Fische schnell gefangen. Mehr als drei Fische auf einen Liter Wasser sollen nicht transportiert werden. Ein teilweiser Wasserwechsel einmal am Tag ist von Vorteil. Hohe Temperaturen im Sommer lassen das Wasser schnell schlecht werden. Das Wasser, aus dem die Fische entnommen wurden, enthält oft Schwebeteile, die zum Umkippen des Wassers beitragen. Tote Fische müssen unverzüglich aus dem Transportbehältnis entfernt werden. Am besten mit einem durchsichtigen Schlauch, mit dem man den toten Fisch anzieht. Auf meiner Reise wechsle ich immer mal wieder das Wasser an Bächen und Quellen. So robust sind die Fische auch wieder nicht, was die Wasserqualität betrifft, wie das allgemein beschrieben wird. Günstig erweist sich ein kleiner Kohlefilter, der über die Autobatterie während der Fahrt betrieben werden kann. Z.B. mit einer Scheibenwischwasserpumpe. (Kohle in eine Socke füllen, die zweite Socke über die Pumpe stülpen und in die Socke mit der Kohle stellen und oben zubinden.) Das handelsübliche Fischfutter nehmen die Koboldkärpflinge unmittelbar an. Hier bevorzuge ich das Futter der Firma DRAK-Aquaristik, von Herrn Andreas Kremser, weil ich dort ein Futter ohne künstliche Farbstoffe zu kaufen bekomme. Das ist keine versteckte Werbung. Es gibt sicher noch andere Fischfutterhersteller, die gutes Futter bereitstellen. Die üblichen Futterhersteller verwenden mir zu viel Chemie. Mit etwas Achtsamkeit sind die Fische unproblematisch mit nach Hause zu nehmen und dauerhaft zu halten. |
Wer die Fische im Sommer in den Gartenteich setzen möchte, wird im Herbst Schwierigkeiten bekommen, um sie alle wieder einzufangen. Die Fische entwickeln schnell eine Scheue, die sie in der Tiefe abtauchen läßt. Lockstellen durch eine Wärmequelle werden zwar angenommen, aber auch schnell wieder aufgegeben, wenn Gefahr für sie droht. Setzkescher können zum Einsatz kommen. Fische sind aber kluge Tiere und durchschauen schnell die angewendeten Tricks! | Bei Fragen: Mario Fassen Tel: 0033F388A543A179 Mail: kobold@fassen.de Es stehen keine Fische zum Verkauf, noch beabsichtige ich mit der Seite einen gewerblichen Hintergrund, weshalb auf dieser Seite ein Impressum fehlt. Was ich suche sind Fische mit Flossenfäule und Pilzerkrankungen auf der Haut, um zwei Heilpflanzen auf ihre Wirksamkeit hin zu bestätigen. |